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Macht ein Ministerium für Glück glücklich?

Resilenz und Glück als staatliche Aufgaben?

Glück per Verwaltungsakt? In Dubai Realität.

Seit 2016 gibt es in Dubai ein Ministerium für Glück, dem eine Glücksministerin vorsteht. Die Ministerin war zuvor Büroleiterin des Regierungschefs und will das auch weiterhin bleiben. Zusätzlich zu den besonderen Aufgaben für die 1,6 Millionen Untertanen des wohlhabenden Emirats.

 

"Positives Denken" soll das Ministerium fördern. Und Harmonie am Arbeitsplatz sowie Sicherung des Lebensstandards, so die Erklärung des Botschafters der Emirate in Deutschland.

 

Die Universität von Dubai organisierte zuletzt im September 2017 ein Internationales Glücksforum und der 20. März als Internationaler Tag des Glücks mündete in einer Straßenparade, bei der Männer und Frauen Schilder mit dem Motto "Ich bin ein Optimist" trugen.

 

Wäre das ein Idee für Deutschland? Glück und Resilienz durch staatliche Stellen organisiert? Jein.

Glück zwischen "persönlichem Interesse" und "Machtinteresse"

Die Idee eines regelmäßigen, internationalen Austauschs zur Frage "Was macht uns glücklich?" ist sicherlich spannend. So vielfältig sind die Ansätze und Untersuchungen, die von der noch jungen Disziplin "Positive Psychologie" erarbeitet werden, dass ein jährlicher Austausch auch hierzulande in einem demokratischen und pluralistischen System fruchtbar wäre. Punktuell findet das bereits statt, wurden doch Resilienz und Positive Psychologie von den Krankenkassen bereits als wertvolle Themen für das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) erkannt.

 

Doch ein Ministerium, das Glück in einer hochdifferenzierten Gesellschaft verwaltet und verordnet? Das hat dann doch einen Beigeschmack von Maßnahmen zum Machterhalt  in einem Land, das seine eigenen Bürger großzügig beschenkt und gleichzeitig Arbeitskräfte aus dem Ausland eher armselig behandelt.

 

Glück, das von oben verordnet, verkündet oder angeboten wird, war in der gesamten Menschheitsgeschichte für den Einzelnen keine nachhaltige Erfüllung. Um es mal vorsichtig zu formulieren. Man denke im 500. Lutherjahr nur an das "käufliche Glück" durch Ablasshandel im frühen 16. Jahrhundert. Oder an "die Brücke zur völligen Freiheit", die von Scientology jedem angeboten wird, der in diese Brücke Tausende von Euro investiert. - Nein, Glück lässt sich weder verwalten, noch kaufen. Auch wenn es schon seit Jahrhunderten dafür mehr oder weniger verlockende Angebote gibt.

Glück durch Coaching oder Teamcoaching? Machbar!

Es sollen nun keine Kalendersprüche folgen. Die gibt es zum Beispiel für das Jahr 2018 hier vom geschätzten Benediktinerpater Anselm Grün als Abreißkalender (Geschenktipp!). Daher an dieser Stelle nur drei kurze und allgemeine Fragen aus dem Sinncoaching:

  1. Welche Werte ziehen Sie (ohne lange nachzudenken) in Ihrem Leben an? (siehe unten "Sinnsysteme")
  2. Wie leben Sie gegenwärtig diese Werte in Ihrem Leben?
    Nehmen Sie sich dafür ein wenig Zeit und das Rad des Lebens.
  3. Was genau bräuchten Sie, um eben diese Werte intensiver zu leben?
    Erstellen Sie eine Liste mit drei Ressourcen, um die Sie sich kümmern wollen.

Eine sehr umfangreiche Werteliste für die erste Frage gibt es online im Rahmen des Projekts Wertesysteme. Dort sind alle Werte verzeichnet, die uns derart anziehen, dass sie sich fest in unserer Sprache manifestiert haben. Wir haben also den Schlüssel zum persönlichen Glück bereits jeden Tag um uns.

 

Braucht es wirklich eine Institution oder sogar ein Ministerium, um von oben bestimmt glücklich zu leben? - Oder liegt die Erfüllung in unserer freien, selbstbestimmten, eigenen Verantwortung?

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